120 Jahre Nutzungsdauer – das Ziel der SBBDer 57 km lange Gotthard‑Basistunnel durchquert Zonen mit bis zu 2 000 m Gebirgsüberlagerung. Extreme Gebirgsdrücke und hydrothermale Wasserzutritte belasten die Fugen der Betoninnenschale stärker als prognostiziert. Bei Inspektionen 2024 registrierte die SBB punktuelle Tropfstellen mit bis zu 1,2 l/min – noch ungefährlich, aber ein Alarmsignal für die Dauerhaftigkeit der Tunnelinfrastruktur.PU‑Gel GTX 700 – speziell für 15 bar GrundwasserDas zweikomponentige Polyurethan‑Gel besitzt eine Viskosität von nur 160 mPa·s und reagiert in drei Minuten zum elastischen Gel (Shore A 25). Es quillt 1 : 3 auf, dringt in Kapillaren < 0,05 mm ein und widersteht hydrostatischem Druck bis 15 bar – geprüft am EMPA Dübendorf. GTX 700 ist lösungsmittel‑ und MDI‑frei, erfüllt die Trinkwasserverordnung …
120 Jahre Nutzungsdauer – das Ziel der SBB
Der 57 km lange Gotthard‑Basistunnel durchquert Zonen mit bis zu 2 000 m Gebirgsüberlagerung. Extreme Gebirgsdrücke und hydrothermale Wasserzutritte belasten die Fugen der Betoninnenschale stärker als prognostiziert. Bei Inspektionen 2024 registrierte die SBB punktuelle Tropfstellen mit bis zu 1,2 l/min – noch ungefährlich, aber ein Alarmsignal für die Dauerhaftigkeit der Tunnelinfrastruktur.
PU‑Gel GTX 700 – speziell für 15 bar Grundwasser
Das zweikomponentige Polyurethan‑Gel besitzt eine Viskosität von nur 160 mPa·s und reagiert in drei Minuten zum elastischen Gel (Shore A 25). Es quillt 1 : 3 auf, dringt in Kapillaren < 0,05 mm ein und widersteht hydrostatischem Druck bis 15 bar – geprüft am EMPA Dübendorf. GTX 700 ist lösungsmittel‑ und MDI‑frei, erfüllt die Trinkwasserverordnung SVGW 2023 und darf in Bahntunneln eingesetzt werden.
Bauen im 150‑Minuten‑Fenster
Der reguläre Fahrplan lässt nur kurze Nachtfenster offen: 23:45 – 02:15 Uhr Südröhre, 02:30 – 05:00 Uhr Nordröhre. Ein 15‑köpfiges Injektionsteam fährt mit Schienenfahrzeug, Notstromanlage und Montagelift ein. Bohrungen Ø 12 mm werden in 45°‑Winkel in die Fuge gesetzt, Edelstahlpacker verschraubt, Gel unter 25 bar injiziert, bis Rückfluss erscheint. Eine Wärmekamera prüft gleichmässige Gelverteilung; Packerschrauben bleiben als Prüfports. 20 m Fuge sind so pro Nacht abdichtbar – ohne Fahrplanausfälle.
Sicherheit & Überwachung
Das Bahnstromnetz bleibt aktiv; sämtliche Maschinen arbeiten mit 1 000 V Trafo-Trennung. VOC‑Sensoren überwachen die Luft, da Personal ohne Umluftfiltermasken arbeiten muss. Nach der Abdichtung kontrolliert das Tunnel‑Entwässerungssystem den Einlauf – kein Tropfen darf an der Stelle noch auftreten. Daten fliessen direkt in das SBB‑Asset‑Management «FINO»; so ist jede Massnahme lebenszyklusorientiert dokumentiert.
Ergebnis & Garantie
Die ersten 160 m sanierten Fugen zeigen seit Januar 2025 Null Wassereintrag. Das PU‑Gel bleibt laut Langzeitsimulation 50 Jahre elastisch; ein Wartungsvertrag garantiert kostenlose Nachinjektion, falls in den nächsten zehn Jahren wieder Tropfstellen auftreten.