Epoxidharz verbindet Härte mit Haftung. Das thermisch aushärtende Zwei‑Komponenten‑System erreicht Druckfestigkeiten bis 90 N/mm² und haftet auf Beton, Stahl, Holz und Keramik. Im Vergleich zu PU schrumpft Epoxy weniger und bleibt chemikalienresistent gegen Öle, Säuren und Laugen – ideal für Industrieböden, Tiefgaragen und Getränkeabfüllung.
Fugen und Mörtel. Epoxid‑Fugenmörtel schützt Natursteinpflaster vor Frost und Tausalz. Die offene Kapillarstruktur lässt Wasser diffundieren, verhindert jedoch Unterspülung. Ein Projekt in Sempach zeigt: Nach vier Wintern 0 % Materialverlust bei 7 mm Fugenbreite.
Beschichtungen. Mit Einstreuquarz erreicht Epoxy eine Rutschklasse R 11. Aushärtung bei 20 °C in 16 h, befahrbar nach 24 h, voll belastbar nach 7 d. Farbpasten erlauben CI‑konformes Design – wichtig für Parkhausmarkierungen.
Injektion & Rissverklebung. Dank geringer Viskosität (≈ 300 mPa·s) dringt Epoxy in Haarrisse ab 0,1 mm. Nach Aushärtung übertrifft die Zug‑Scher‑Festigkeit des Risses den umgebenden Beton. Für statische Risse geeignet; bei wasserführenden Rissen empfiehlt sich PU‑Vorinjektion.
Gesundheit & Umweltschutz. Moderne Formulierungen sind VOC‑arm (AGW < 0,5 ppm) und benzylalkohol‑frei. Ein spezieller Härter senkt Ammoniak‑Emissionen unter den Grenzwert der SUVA. Kartuschen mit rückstandsfreiem Kolben reduzieren Restmengen um 18 % – weniger Sondermüll, geringere Entsorgungskosten.
Epoxy‑Insight Stefan Hug, Projektleiter Beschichtung